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DIE TROERINNEN


Sartres Schauspiel "Die Troerinnen" ist eine Bearbeitung des antiken Dramas von Euripides. Der Stoff dieser Tragödie ist von zeitloser Aktualität. Sartre hat unter dem Eindruck des Algerienkrieges in einem Interview gesagt, was ihn an der Bearbeitung dieses Stücks reizte: die Anprangerung des Krieges im allgemeinen, die kolonialen Expeditionen einer europäischen Großmacht im besonderen, die Ironisierung der Götter als menschliche Ebenbilder, die Entlarvung der Gemeinplätze.


Die Griechen haben zehn Jahre lang mit aller Grausamkeit einen Eroberungskrieg gegen Troja geführt, aus dem sie als Sieger hervorgegangen sind. Die Griechen haben die Stadt bis auf die Grundfeste zerstört, haben gemordet und gebrandschatzt haben. Poseidon, der Schutzgott Trojas, nimmt im Prolog Abschied von der zerstörten Stadt und macht gemeinsame Sache mit seiner Nichte Pallas Athene, die auf der Seite der Griechen gekämpft hat, nun aber aus verletzter Eitelkeit die Sieger verflucht, weil diese ihr Heiligtum in Troja geschändet haben. Poseidon und Pallas Athene beschliessen, die Griechen zur Strafe auf ihrer Heimfahrt übers Meer zu vernichten und in alle Winde zu zerstreuen. Anschließend beklagt Hekuba, Gattin des von den Griechen ermordeten Priamos, des Königs von Troja, gemeinsam mit den Troerinnen ihr Unglück, darum wissend, dass sie in der griechischen Sklaverei enden werden.