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FRANZ KAFKA

DER PROZESS


»Die Welt ... und mein Ich zerreißen in unlösbarem Widerspruch meinen Körper.«

Eines Morgens, Josef K. ist gerade erwacht, erscheinen wie aus dem Nichts zwei Männer an seinem Bett und erklären ihn für verhaftet. Fragen werden nicht beantwortet, Gründe nicht genannt. Wo Albträume gewöhnlich enden, fängt der von Josef K. erst an: In der Tiefe des Traums hat er etwas Unvorstellbares gesehen und die Angst vor dem, was er nicht begreifen kann, hält ihn wach und löst wirklich den Prozess aus, dem er sich ab jetzt nicht mehr entziehen kann. Hier beginnt die eigentliche Bedrohung zu greifen: Kein sichtbarer Gegner ist so furchtbar wie der, den man sich selbst als die Verkörperung der eigenen Angst vorstellt. Illusionen werden aufgebaut und wieder zerstört. Das ist der grundlegende Widerspruch, den Josef K. auf seinem Weg zum Gesetz immer wieder erleben wird. Er trifft auf alles, was ein Gericht zu bieten hat: Angeklagte, Wächter, Anwälte, Richter, Amtstuben, Hierarchien, Akten, Strafen. Doch je mehr er über seinen Prozess wissen will, umso mehr entzieht sich ihm das Gericht, umso unmerklicher wird seine Identität als Mensch zum Verschwinden gebracht. Josef K.s Albtraum ist zugleich ein Albtraum der Moderne. Scheinbar friedlich vollzieht sich die Fremdbestimmung unseres Lebens in einer durch und durch verwalteten und verplanten Welt, in der wie zum Hohn die bösen Geister der Vergangenheit wirklicher erscheinen als die Freiheit des Einzelnen. Kafkas Texte inszenieren virtuos die Schattenseite unseres Lebens. Seine grotesken Figuren und Situationennverdichten sich zu expressiven Tableaus in einer Weise, die für Ausdrucksformen und Gestaltungsmöglichkeiten des Theaters wie geschaffen ist.


Inszenierung Sybille Fabian
Bühne Herbert Neubecker
Kostüme Sybille Fabian / Michael Sieberock-Serafimowitsch
Dramaturgie Sven Kleine
Musikauswahl Sybille Fabian

Josef K. Gregor Henze
Frau Grubach, Onkel Karl Sophie Basse
Frl. Bürstner, das bucklige Mädchen, Leni Juliane Pempelfort
Wächter Franz, Frau des Gerichtsdieners, das Mädchen Anne-Catherine Studer
Wächter Willem, Gerichtsdiener, Der Geistliche Thomas Braus
Aufseher, Direktor- Stellvertreter, Untersuchungsrichter Andreas Möckel
Kaminer, Student Bertold, Maler Titorelli Daniel Breitfelder
Neffe Lanz-Hauptmann, Auskunftgeber, Prügler Lutz Wessel
Rabensteiner, Advokat Huld, Grauhaariger Angeklagter Andreas Ramstein
Die Beauftragten Moritz Knoche, Marcel Krüger, Johannes Drosten, Tim Barthelmes, Eike Suwelack, Christopher Luhmer, Leif Vahnenbruck, Vladislav Penzin, Sebastian Klopotowski, Patrick Schenkel, Robert Rupp, Mathieu Otto
Kinder Melina Vorberg, Luisa Michels, Norina Nowatzki, Alyson Hille, Lucas Colin Bürstinghaus, Niklas Linke, Henning Haberstroh, Milo Shafik, Selina Gräf, Joachim Sailer, Leon Kuhlmann


Wuppertaler Bühnen

Vorstellungstermine

Premiere 09.04.10 / Teo-Otto-Theater Remscheid

Premiere 16.04.10 / Opernhaus Wuppertal
17.04.10 / Opernhaus Wuppertal
23.04.10 / Opernhaus Wuppertal
03.06.10 / Opernhaus Wuppertal
05.06.10 / Opernhaus Wuppertal
06.06.10 / Opernhaus Wuppertal
13.06.10 / Opernhaus Wuppertal
26.06.10 / Opernhaus Wuppertal
29.06.10 / Opernhaus Wuppertal
03.07.10 / Opernhaus Wuppertal


Fotos Joachim Dette, Sebastian Ahrens