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GERHARD MEISTER

FLUCHTBURG


Deutsche Erstaufführung

ER-, sitzt seit seiner Entlassung zu Hause und verlässt die Wohnung nicht mehr.

SIE-, übt sich in Geduld und spürt, dass in ihm etwas vorgeht, was stärker ist, als sie sich vorstellen kann. Sie will verstehen, was es ist und versucht ihm begreiflich zu machen, was ihr am meisten fehlt. Sie will nicht aufgeben, sie will, dass er wieder der Mann wird, der er früher war, sie will leben und die Suche nach dem Glück wird ihr zum ehrgeizigen Verlangen.
Noch ist nichts verloren, sagt sie sich. Wohnt man doch in bester Lage, ist man hier nicht durch Mauern und Videoüberwachung geschützt, fragt sie sich. Sie will gemeinsam mit ihm für ein zwei Wochen die Stadt verlassen, ein Urlaub wird ihm schon von seinen trüben Gedanken befreien, so hofft sie. Doch er will keinen Urlaub, er will eine neue Putzfrau, eine, die aus dem Ghetto am Rande der Stadt kommt, wo der ganze Dreck wohnt, vor dem sie sich so fürchtet. Damit provoziert er sie, schafft Spannung, und sorgt auf diese Weise für ein skurril verwirrendes Endspiel.
Sie kämpft dagegen an. Er dagegen findet Gefallen am freien Fall, in den seine Existenz gestoßen wurde und arbeitet nun systematisch auf den Aufschlag hin.


Inszenierung, Kostüme, Musik Sybille Fabian
Bühne Herbert Neubecker
Tontechnik Achim Vogel
Grafikdesign Rainer Muranyi

Der Mann Peter W. Hermanns
Die Frau Sybille Denker
Junger Mann Rainer Muranyi, Jens Plate


Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Freiburg.
Aufführungsrechte beim S.Fischerverlag, Frankfurt am Main.


Fotos Rainer Muranyi