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MAURICIO KAGEL

DER TRIBUN

für einen politischen Redner, Marschklänge und Lautsprecher sowie »10 Märsche um den Sieg zu verfehlen«


Angesichts der gegenwärtigen Entwicklung, in der überall auf der Welt kriegerische Auseinandersetzungen zunehmen und Menschen über Nacht zu Menschen ohne Rechte werden, die aus Angst vor der Zukunft nach Europa fliehen und dabei ums nackte Überleben kämpfen, erhält Mauricio Kagels TRIBUN eine besondere politische Brisanz.

Vom Balkon seiner Residenz übt der erste Mann im Staat eine jener endlos dahinfließenden Reden, die er häufig der versammelten Bevölkerung vorzutragen pflegt. Kagel demaskiert im TRIBUN die manipulativen Mechanismen von Sprache und Musik.
Beide Mittel werden eingesetzt, um die Gefühlswelt des Volkes anzusprechen und dort auch zu packen: einerseits emotional aufgeladene Rhetorik, andererseits zum Krieg animierende Marschmusik. Vorurteile werden geschürt, Feindbilder etabliert, der Krieg immer noch als die Lösung präsentiert.

„Musik kann sich in den Köpfen jener wirkungsvoll einnisten, die Sprengköpfe zu verwalten haben.
Der Ausgang ist jedenfalls allseits bekannt. (1979)“ M.Kagel


Regie, Choreographie, Kostüme Sybille Fabian
Bühne Herbert Neubecker
Videoinstallation Karolina Serafin
Regieassistentin und Souffleuse Cosmea Spelleken
Tontechnik Achim Vogel

Der Tribun Michael Schmitter
Der Musiker Thomas Georg Schoch
Buthotänzerin Lucie Betz


Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Freiburg, den Landesverband freier Theater BW und der Sparkasse Freiburg.
Aufführungsrechte bei C.F.Peters Musikverlag, Leipzig.


Fotos Rainer Muranyi